Kopien

In der Baudenkmalpflege werden Kopien von originalen historischen Objekten in der Regel dann angefertigt, wenn es aus konservatorischen Gründen notwendig ist.

 

Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das originale Objekt an seinem ursprünglichen Standort der Witterung ungeschützt ausgesetzt ist, und eine fortschreitende Beeinträchtigung bis hin zur Zerstörung zu befürchten ist.

Zudem kann die Anfertigung einer Kopie dann erforderlich sein, wenn ein wertvolles historisches Objekt durch Diebstahl und Vandalismus gefährdet ist.

 

In beiden Fällen werden die Kopien, welche aus dem gleichen Material bildhauerisch hergestellt werden, an dem originalen Standort platziert, während die Originale zukünftig an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Dies kann dann zum Beispiel ein Museum sein.

 

Neben der bildhauerischen Fertigung von Kopien in Holz oder Naturstein, ist die Abformung eine weitere Möglichkeit, ein Original zu duplizieren. Hierzu wird zunächst eine Negativform erstellt, welche dann mit unterschiedlichen Materialien gefüllt werden kann.

Dabei kann je nach Ort der späteren Aufstellung zwischen Gips und mineralischem- oder kunstharzmodifiziertem Kunststeinmaterial gewählt werden.

 

Die folgenden Abbildungen zeigen Beispiele von Kopien, die anhand der historischen Originale im Maßstab 1:1 bildhauerisch nachgebildet wurden.Da sich die originalen spätgotischen Heiligenfiguren aus der Katholischen Kirche in Dortmund Kirchlinde in einem Museum befinden, wurden Kopien angefertigt, um diese in der Kirche aufstellen zu können.Die Farbfassung wurde von der Firma Ars Colendi in Paderborn ausgeführt, von der auch diese Fotos stammen.

siehe http://www.arscolendi.de/

Ein weiteres Beispiel für eine bildhauerische Kopie ist die 2008 gefertigte Darstellung der "Anna Selbdritt" aus der Kapelle St. Peter und Paul in Hamm- Herringen.

Das um 1520 entstandene Original, welches aus dem Kreis um den Meister von Osnabrück stammte, wurde im Jahr 1974 gestohlen.

 

Bei einer Auktion im Jahr 2006 wurde die Skulptur schließlich erkannt und beschlagnahmt.

 

Bei der Herstellung der Kopie wurden bewusst leichte Abweichungen in der Gestaltung angelegt.

So sitzt das Christuskind bei der Kopie auf dem Schoß der Maria, während die Originalfigur einen stehenden Christus aufweist, welcher das Gesicht der heiligen Anna verdeckt.

Während die Kopie seit 2008 in der Kapelle in Hamm- Herringen steht, befindet sich die historische

"Anna Selbdritt" als Leihgabe im Diözesanmuseum Paderborn.