Der "Demonstrationszug der Tiere"

Die Idee zu dem temporären Ausstellungsprojekt „Demonstrationszug der Tiere“ entstand im Zuge einer Auftragsarbeit, bei dem 10 verschiedene Tierplastiken für einen Erlebnispfad des „Zweckverbandes Naturpark Teutoburger Wald/ Eggegebirge“ zu fertigen waren. Diese sollten an bestimmten markanten Punkten des Pfades platziert werden, und vor allem ansprechend für Kinder sein.

 

Die „demonstrierenden“ roten Tierplastiken sollen sinnbildlich für die gefährdete Tier- und Pflanzenwelt in Deutschland und der ganzen Welt stehen.

Begriffe wie Klimawandel, Artensterben, Insektenschwund oder Flächenversiegelung fallen häufig, doch bleiben sie für viele Menschen theoretisch. Die wenigsten wissen, welche Folgen dies für unsere Tierwelt, und in letzter Konsequenz für die Menschheit hat.


Einige der hier präsentierten Tierarten stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten, oder auf der Vorwarnliste.

Zusammengefasst leiden die meisten Wildtiere in erster Linie unter dem Verlust ihrer artspezifischen Habitate. Ursachen dafür sind die zunehmende Verarmung der Landschaft durch die Intensivierung der Landwirtschaft, die Zerschneidung der Lebensräume durch den Straßenbau, die Versiegelung der natürlichen Böden durch Baumaßnahmen, die Trockenlegungen von Gewässern und Mooren, die Begradigung von Flüssen usw.

 

In Deutschland werden aktuell täglich 56 Hektar für Siedlung und Verkehr verbraucht!


Laut einer Studie des entomologischen Vereins Krefeld hat die Gesamtmasse der Fluginsekten Deutschlands von 1989 bis 2016 um 75% abgenommen.

Dieser dramatische Rückgang stellt ebenfalls ein existenzielles Problem für die meisten Wildtierarten dar.

Unter den heimischen Vogelarten gibt es bekanntermaßen reine Insektenfresser wie die Schwalben, Mauersegler und andere. Weniger geläufig ist, dass Insekten für einen Großteil der Vogelarten bei der Kükenaufzucht von hoher Bedeutung sind. Ohne Insekten bliebe also auch der Nachwuchs aus.

Doch nicht nur Vögel sind auf ein vielfältiges Insektenvorkommen angewiesen, auch Amphibien, Reptilien, Fische und sogar Säugetiere wie der Igel benötigen sie für ihren Fortbestand.

Und nicht zuletzt ist es der Mensch, für den die Insekten mit ihrer bestäubenden Tätigkeit von höchster Wichtigkeit sind, da ohne diese weder Anbau noch Ernte von Obst und Gemüse möglich sind.

 

Wir möchten mit unserem Projekt nicht nur auf die Gefährdung der heimischen Wildtierarten aufmerksam machen.

Unser Ziel ist es Möglichkeiten aufzuzeigen, diese zunehmend dramatische Situation positiv zu beeinflussen, und zugleich die BetrachterInnen zum aktiven Handeln zu bewegen.

Jeder hat in seinem privaten Umfeld die Gelegenheit für Veränderungen, denn blühende Oase, die Insekten anlocken, können auf kleinsten Räumen geschaffen werden.

Auch gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, zusammen mit tausenden Mitmenschen, die sich privat ehrenamtlich für den Natur- und Umweltschutz engagieren, einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Jede einzelne Skulptur wird von einer Informationstafel begleitet, welche die Lebensweise, die Gefährdung und mögliche Maßnahmen zum Schutz der dargestellten Tierart erläutern soll.

 

 

Das Kunstprojekt ist jeweils für einen Zeitraum von vier Wochen an folgenden Orten zu besichtigen:

April            32760 Detmold/ Hermannsdenkmal

Mai             34439 Willebadessen- Helmern/ im Ort an unterschiedlichen Standorten

Juni             34414 Warburg- Scherfede/ Waldinformationszentrum Hammerhof

Juli              33039 Nieheim- Oeynhausen/ Sportplatz

August        33102 Paderborn- Schloß Neuhaus/ Schloßpark

September  33175 Bad Lippspringe/ Steinbeketal

 

 

Impressionen vom Standort Hermannsdenkmal